Mit neuen Freunden die Geschichte überwinden – Israel - Abend der Fritz - Bauer - Gesamtschule

Am Montag, dem 02.07. luden Schülerinnen und Schüler der Fritz-Bauer-Gesamtschule zum Israel-Abend ein. Vor zahlreichen Gästen wie Anke Riefers vom Freundeskreis Mewasseret Zion e.V., Stadtwerke-Geschäftsführer Marcus Lübken, dem Schulpflegschaftsvorsitzenden Lutz Hassel, Mitgliedern des Fördervereins sowie Lehrerinnen und Lehrern präsentierten sie die Arbeitsergebnisse der Israel-AG und des Israel–Austausches Schuljahr 2017/18. Frau Busch, Vorstandsvorsitzende der Stiftung der Nachbarschaftshilfe überreichte der Schulleiterin Stephani Overhage einen Spendenscheck über 5000 Euro, um den Austausch langfristig finanziell zu unterstützen.

 

„Ich bin richtig stolz auf meine Siebtklässler. Diese Informationen über Fritz Bauer haben sie selbstständig im Stadtarchiv recherchiert“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Patrick Werneburg vor einer Stellwand mit Arbeitsergebnissen seiner Israel-AG. Beim entspannten „Come-Together“ können sich die Gäste die Schülerpräsentationen ansehen und sich am orientalischen Büffet mit Fladenbrot, Hummus und weiteren Köstlichkeiten stärken.

Der offizielle Teil der Veranstaltung beginnt mit einem gemeinsamen Grußwort der Schulleitung und den Schülersprechern Nils Pätzold und Sajad Habibi. „Menschen sind Menschen. Wenn wir Rassismus begegnen, müssen wir eingreifen“, so Nils Pätzold. Damit bringt er ein wichtiges pädagogisches Ziel der Schule auf den Punkt: Die Erziehung zu Toleranz und Zivilcourage. Der seit 2015 bestehende Schüleraustausch mit der Hayovel High School in Israel leistet hierzu einen besonderen Beitrag. Ada und Eddie aus der Klasse sieben haben eine PowerPoint-Präsentation vorbereitet und berichten mit zahlreichen Fotos von ihren Eindrücken des Austauschs 2017/18. Gemeinsam mit 21 weiteren Schülerinnen und Schülern reisten sie im April dieses Jahres in Begleitung von Stephani Overhage, Marcus
Lübken und der Schulsozialarbeiterin Anna Killewald nach Mewasseret Zion. Dort besuchten sie unter anderem die Klagemauer in Jerusalem, machten eine Tour durch die Wüste und badeten im Roten Meer. Der Schwerpunkt lag aber auf der aktiven Auseinandersetzung mit der Geschichte. So nahm die Delegation aus Sankt Augustin auch am Holocaust Memorial Day teil. „Als Frau Overhage dort ihre Rede hielt, wollten wir alle applaudieren, aber die Israelis erklärten uns, dass man das (in diesem Kontext, die Red.)) nicht darf“, ergänzt Eddie.

Bereits im Oktober 2018 hatten die Gesamtschüler die Israelis in Sankt Augustin zu Gast. Nachdem die Schülerinnen und Schüler zunächst Bonn und die nähere Umgebung erkundet hatten, ging es für drei Tage nach Berlin. Der Besuch des Jüdischen Museums, des Denkmals für die ermordeten Juden Europas sowie des Bundestags bildeten die Highlights. Dort trafen die Jugendlichen den Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestags, Dr. Norbert Röttgen. Ada betont, dass es während des Austauschs viele emotionale Momente gab, insbesondere als ein israelisches Mädchen im Museum Fotos ihrer Familie sah. „Aber abends im Hotel war alles wieder gut und wir haben dann doch noch Party gemacht.“

„Auf den Fotos vom Farewell-Abend in Tel Aviv kann man sehen, wie schnell die Israelis und wir Freunde geworden sind“, schließt Eddie seinen Vortrag. Ada ergänzt, dass ihr der Austausch „richtig viel Spaß gemacht“ und dass sie „viel über die israelische Kultur gelernt“ hat.

Nils Pätzold (EF) und Lisa Hassel (10c) durften ebenfalls eine ganz besondere Erfahrung machen. Die beiden hatten sich erfolgreich für das Stipendiatenprogramm der Johannes-Rau-Stiftung beworben. Eine Woche lang wurden sie in Köln vorbereitet und durften sich dann als deutsche Botschafter mit israelischen Jugendlichen aus ganz Israel für eine Woche in Berlin treffen. „Das war eine wirklich prägende Erfahrung“, sagt Lisa und bedankt sich bei der Schulleitung für deren Unterstützung.

Stephani Overhage und ihr Stellvertreter Patrick Werneburg sind stolz darauf, ihren Schülerinnen und Schülern so viele Möglichkeiten bieten zu können: „Wenn sich Jugendliche aus Israel und Deutschland begegnen, rückt die Geschichte in den Hintergrund und es zählen die traurigen und vor allem fröhlichen Momente, die man gemeinsam erlebt“. Die Schulleitung bildet sich auf dem Gebiet der Holocaust-Didaktik stetig fort. Patrick Werneburg war erst vor kurzem auf einer Fortbildung in der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem. Dort nahm er am German Desk teil und begann mit der Planung einer weiteren Schulpartnerschaft.

Am Ende der gelungenen Veranstaltung überreichte Frau Busch Stephani Overhage eine 5000 Euro-Spende der Stiftung der Nachbarschaftshilfe Rhein-Sieg e.V.. Diese soll den nächsten Austausch mitfinanzieren. Die Fritz-Bauer-Gesamtschule bedankt sich ganz herzlich bei allen Freunden und Förderern, die den Austausch mit Israel unterstützten und damit den Schülerinnen und Schülern so wertvolle Erfahrungen ermöglichen.